SCHLIESSEN

Suche

Oekumenische Besuchsreise "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" 2010

Die Broschüre, die die Reise dokumentiert und zum Nachmachen einlädt können Sie bei uns gegen Versandkosten bestellen oder hier herunter laden:

Am Rand und in der Mitte (Broschüre zur Ökumenischen Besuchsreise)

Das Dokument mit dem Ergebnis der Konsultation, so wie es auf dem Ökumenischen Kirchentag in München 2010 an die Kirchen überreicht worden ist, können Sie hier in Deutsch und in Englisch herunterladen:

Das Ganze verändern, nicht nur die Nische! (Deutsche Version)

Transform the whole, not just a niche! (English Version)

2007 regte das „Offene Forum zur Dekade zur Überwindung von Gewalt" eine ökumenische Exposure-Reise und Konsultation an. Das Thema sollte sein: Rechtsextremismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, und mitfahren sollten internationale und deutsche Expertinnen und Experten. Ein erster Schritt war eine eintägige Veranstaltung auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen 2009.

Im Zentrum stand die Bestandsaufnahme der rechtsextremistischen Aktivitäten im nord- und mitteldeutschen Raum und der Gruppierungen und Institutionen, die sich für die Überwindung von Rechtextremismus engagieren. Allerdings wurde in der Auswertung bemängelt, dass der Arbeit oft „der Blick von außen" fehle und eine Sicht auf die eigenen „blinden Flecken" aus internationaler Sicht gut täte.

Dies wurde bestätigt durch Tagungen zum 40-jährigen Bestehen des Anti-Rassismus-Programms des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK, Doorn Conference 2009) und seines Projektes „Kirchen in Europa: Initiativen zur Überwindung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und rassistischer Gewalt".

Daher beschlossen mehrere deutsche Kirchen und kirchliche Einrichtungen

[i], eine ökumenische Gruppe internationaler Fachleute aus Uganda, Südafrika, USA, Großbritannien und Indien zu einer Konsultation und Exposure-Reise durch Deutschland einzuladen. Sie fand vom 30. April bis 16. Mai 2010 statt. Die Teilnehmenden haben

1. das Thema Rechtsextremismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Ost- und Westdeutschland kennen gelernt,

2. deutsche Kirchen und Partnerorganisationen besucht und in Erfahrung gebracht, wie an Projekten zu diesem Thema gearbeitet wird,

3. gemeinsam mit den deutschen Partnern eine prozessorientierte Konsultation durchgeführt, die theologische Erkenntnisse mit „best practice"-Beispielen aus dem Leben in christlichen Zusammenhängen verbindet,

4. ihre Erkenntnisse diskutiert und eine Agenda zusammengestellt, die den Kirchen helfen soll, Rassismus in jeder Form in den deutschen Kirchen und in der deutschen Gesellschaft zu überwinden.

Die Ergebnisse wurden am 14. Mai 2010 auf dem Ökumenischen Kirchentag in München vorgestellt mit der Bitte, sie an Synoden und Kirchenleitungen weiterzugeben. Der Koordinator des Anti-Rassismusprogramms des ÖRK, Deenabhandu Manchala, begrüßte die Initiative außerordentlich und bat die deutschen Kirchen nachdrücklich, die Ergebnisse der Konsultation zu diskutieren und umzusetzen.

Dieses Vorhaben wird unterstützt durch den Beschluss der EKD-Synode in Ulm von November 2009 [ii] sowie die Gründung einer Bundesarbeitsgemeinschaft „Kirche und Rechtsextremismus" im Februar 2010 in Dresden.

Viele Gruppen und Aktionsbündnisse - viele von ihnen unter starker Beteiligung kirchlicher Multiplikatorinnen und Multiplikatoren - beschäftigen sich seit geraumer Zeit mit dem Thema und haben eine beeindruckende Reihe von Arbeitsmaterialien erstellt.[iii]

Wir haben etwas gegen Rechtsextremismus und Alltagsrassismus: das Evangelium und Menschen mit Courage!

[i] Die einladenden Partner sind: Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche (NEK), Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers (ELH), Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs (ELLM), Pommersche Evangelische Kirche (PEK), Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Brot für die Welt (Plattform „Dalit Solidarität in Deutschland"), Evangelischer Entwicklungsdienst sowie MISEREOR.

[ii] „Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland ist beunruhigt, dass rechtsextremes Gedankengut, das sich vermehrt in brutalen Gewalttaten äußert, in ganz Deutschland vorzufinden ist... Wir beklagen sowohl rechtsextreme Einstellungen bei Gliedern unserer Kirchgemeinden als auch zunehmende antichristliche Ressentiments und Vorfälle von Seiten Rechtsextremer. Die Demokratie ist nach christlicher Überzeugung die beste aller Gesellschaftsformen....Die Synode der EKD bittet die Ämter der Gliedkirchen, dafür Sorge zu tragen, dass das Thema Rechtsextremismus in den Aus-, Fort- und Weiterbildungsver-anstaltungen der Gliedkirchen Beachtung und Raum findet...Die Synode hält eine Vertiefung der theologischen Grundlagen in der Auseinandersetzung mit rassistischen, antisemitischen und menschenfeindlichen Überzeugungen und eine Prüfung der kirchenrechtlichen Konsequenzen (u.a. im Blick auf Mitgliedschaftsfragen) für dringend erforderlich."

[iii] Erhältlich bei der Geschäftsführung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAGKR), Pastor Bernhard Fricke, Telefon 0160 / 93 43 82 23, Fax 03303 / 21 92 68, bernhard.fricke@gmx.net